Webinare neu denken

Im Prinzip sind Webinare digitale Unterrichtsveranstaltungen. Auf dem Papier erfüllen sie dafür auch alle technischen Anforderungen: Lerninhalte werden von einem oder mehreren Dozierenden mit den Zuschauern geteilt. Die können die Informationen dann aufnehmen und glücklich über das frisch Gelernte sein. Aber warum sind viele Webinare weniger effektiv in der Wissensweitergabe als mancher Präsenzunterricht?

Lernen ist komplexer als reines Aufnehmen von Information X durch Person A. Stattdessen wird unter anderem zwischen intentionalem und implizitem Lernen unterschieden. Intentional ist Lernen dann, wenn Informationen bewusst vergegenwärtigt und abgespeichert werden, wie etwa beim Einprägen der Excel Tabelle, für die Präsentation der aktuellen Quartalszahlen. Implizites Lernen ist das unterbewusste, spielerische Speichern von Informationen, wie das beim Interpretieren von Mikroexpressionen in Kundengesprächen vorkommt. Und es wird noch komplizierter als das! Für stabilen Lernerfolg finden nachhaltige Veränderungen im Verhalten, Denken und Fühlen des Subjekts statt.

Zielführende Webinare müssen also ein Setting schaffen, in dem Teilnehmer nicht bloß digital anwesend, sondern vielmehr emotional und gedanklich aktiv involviert sind. Um zu sehen, wie das funktioniert, lohnt sich ein Blick in die analoge Lernwelt. Konventionelle Lehrveranstaltungen sind für Dozierende wie Teilnehmende mit erheblichem Aufwand verbunden. Es gibt Anfahrtswege und gelegentlich sogar Hotelübernachtungen, Räume und Technik werden gemietet und für Präsentationen aufgebaut und vorbereitet, alles in allem geht es um weit mehr als den eigentlichen Lehrinhalt. Die Teilnehmer spüren das und es ist essentieller Bestandteil des Unterrichterlebnisses. Das Engagement der Teilnehmer ist allein durch die Rahmenbedingungen so erhöht, dass intentionales und implizites Lernen aufeinander treffen und so die besten Ergebnisse erzielen.

Dieses Gefühl auch in Webinarteilnehmern hervorzurufen ist nicht nur Schlüssel für eine erfolgreiche Lernstrategie. Viel mehr schaffen solche Erlebnisse Bindungen, die über den Webinarzeiträume hinaus Kunden, Geschäftspartner oder sogar neue Teammitglieder akquirieren können. 

Hier gilt aber wie so oft: Von nichts kommt nichts. Viele Dozierende leisten für Webinare nicht näherungsweise den gleichen Aufwand wie für eine Präsenzveranstaltung. Webcam im Wohnzimmer aufstellen und losunterrichten reicht, schließlich werden ja alle Informationen vermittelt? Falsch gedacht! Lernen involviert mehr als reine Informationsweitergabe. Es geht darum die Aufmerksamkeit der Menschen zu fangen, ihr Interesse durch Look & Feel zu wecken und Gefühle zu erzeugen, die nachhaltiges Abspeichern von Lerninhalten erst ermöglichen. Ein technisches Setup, dass es erlaubt so ein Setting zu erzeugen, ist dabei absolute Grundvoraussetzung und nichts an dem man sparen sollte.

Man kann auch anders an das Thema herangehen: durch ihr digitales Format können mit Webinaren erheblich mehr Menschen erreicht werden. Das gilt sowohl für live, als auch ondemand bereitgestellte Veranstaltungen. Dadurch ist es nur verhältnismäßig, für sie einen gleich großen, wenn nicht sogar größeren Aufwand zu betreiben. So können Menschen begeistert und das volle Potential von Videokommunikation ausgeschöpft werden. 

 

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